DECOLAP - Äppelchen 1 |
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Eltern wurden in Gesprächen darüber befragt, welche Erwartungen sie an die Spielschule und an ihre Kinder stellen.
Die Kinder sollen
Das Projekt DECOLAP brachte uns dazu, im Kontakt zu den Eltern der Schüler den Aspekt der Sprachentwicklung zu berücksichtigen und unsere Praxis in diesem Sinne zu überprüfen:
Kann unser Kontakt zu den Eltern die Sprachentwicklung zu Hause und in der Schule positiv beeinflussen?
Wir gehen davon aus, daß ein authentisches Gespräch mit den Kindern ihre Bereitschaft fördert, überhaupt zu erzählen, und somit die Sprache im allgemeinen übt.
Anhand unserer vier Beispiele versuchen wir darzustellen, wie wir gezielt Schulthemen nach Hause bringen und "Hausthemen" in der Schule einbringen mit dem Gedanken, dadurch Sprache zu fördern.
Persönliches Gespräch mit den Eltern zum Schulbeginn
Um einen guten Kontakt mit den Eltern zu bekommen, habe ich gleich am ersten Schultag einen Termin ausgemacht für ein Treffen in den nächsten Tagen. In einem persönlichen Gespräch hatte ich dann die Gelegenheit, in Ruhe mit den einzelnen Eltern zu reden. Ich stellte ihnen unter anderem die sprachliche Arbeit der Kinder am Computer (TEO) vor. Desweiteren fragte ich sie nach ihren Erwartungen an die Spielschule.
Diese Erwartungen unterscheiden sich sehr stark voneinander und sind manchmal sogar widersprüchlich. Einige Eltern möchten, daß sich ihre Kinder wohlfühlen und sich in die Gruppe integrieren, andere wiederum, daß die Kinder vor allem arbeiten, im Hinblick auf das erste Schuljahr. Bei den ausländischen Eltern fragte ich nach dem Sprachgebrauch zu Hause. Auch hier erhielt ich Informationen, die für die weitere Spracharbeit mit den Kindern sehr wertvoll sein können. Verschiedene dieser Kinder werden mit bis zu drei verschiedenen Sprachen konfrontiert, da sowohl die Eltern als auch die Geschwister nicht immer die gleiche Sprache reden. In einer nächsten Etappe informiere ich mich über den Umgang der Kinder und der Eltern mit Büchern und modernen Medien (Fernseher, Video, Computer) im Hinblick auf die sprachliche Arbeit in der Klasse.
Roger Frisch
Vorschullehrer in Mersch
Als Einstieg in die Elternarbeit habe ich mich entschieden, die Eltern in Einzelgesprächen kennenzulernen. In diesen Gesprächen habe ich unter anderem nach dem Interesse ihrer Kinder an Büchern und Geschichten gefragt. Auch wollte ich wissen, in welcher Sprache die Bücher und Geschichten sind, die die Eltern den Kindern erzählen. Dabei stellte sich heraus, daß die portugiesischen Kinder öfters Bücher in französischer und eher selten in ihrer eigenen Sprache besitzen.
Da in meiner Klasse zwei Drittel der Kinder portugiesischer Nationalität sind, habe ich den Eltern vorgeschlagen, auch portugiesische Kinderbücher mitzubringen. Hieraus entstand die Idee, eine Mutter möge in der Schule ab und zu Geschichten in portugiesischer Sprache erzählen. Eines meiner Ziele war, den luxemburgischen Kindern zu vermitteln, wie die andern sich fühlen, wenn ich Geschichten erzähle in einer Sprache, die sie noch fast nicht verstehen. Mein Hauptziel jedoch war, den portugiesischen Kindern die Möglichkeit zu bieten, ihre eigene Sprache in der Schule zu erfahren, und ihnen somit zu vermitteln, daß das Erlernen der luxemburgischen keinesfalls in Ablehnung der portugiesischen Sprache geschieht. Meines Erachtens bringt dieses Gefühl eine zusätzliche Motivation, die fremde Sprache zu erlernen.
Die Mutter eines Kindes erzählte also an einem Nachmittag auf Portugiesisch zwei kurze Geschichten aus Kinderbüchern, die ein anderes Kind mitgebracht hatte. Nur die erste dieser Geschichten hatte ich den Kindern am Vortag in luxemburgischer Sprache erzählt (nachdem ein Vater sie mir vom Portugiesischen ins Französische übersetzt hatte). Die zweite Erzählung war somit für alle Kinder neu.
Für mich war das eine sehr bereichernde Erfahrung: einerseits die Aufmerksamkeit aller Kinder zu spüren - und zwar bei beiden Geschichten - und andererseits die Lebendigkeit jener portugiesischen Kinder mitzukriegen, die gewöhnlich eher zurückhaltend sind. Dies erwies sich als zusätzlicher Aspekt, den ich nicht bedacht hatte, der mich aber um so mehr erfreute. Auch die Mutter hat sich über den herzlichen Kontakt mit den Kindern gefreut. Wir werden diese positive Erfahrung sicherlich mehr als einmal wiederholen.
Gwendoline Decker
Vorschullehrerin in Luxemburg
Ein Elternabend, an dem die Kinder mitwirken.
Kurz vor den Allerheiligenferien laden die Kinder ihre Eltern und Verwandte zur Vorführung einer Diamontage in den Kindergarten ein.
Der Abend beginnt gegen 18.30 Uhr. Zur Einstimmung und Lockerung präsentieren die Kinder Lieder und Fingerspiele aus dem alltäglichen Repertoire (kein Einüben, nur eine Absprache im morgendlichen Gesprächskreis, welche Texte am meisten gefallen könnten).
Es folgen Dias, auf denen alle Kinder einzeln und auch in Gruppen zu sehen sind. Die Bilder beleuchten und erklären den Tagesablauf und das pädagogische Konzept in der Klasse. Bei den Eltern drängen sich Fragen und Kommentare über die Arbeit und das Verhalten der Kinder auf. Einige mutige bringen sie vor, andere sprechen hoffentlich zu Hause darüber. Das Interesse und die Neugierde an den schulischen Aktivitäten des eigenen Kindes sind auf jeden Fall geweckt, und es ist leicht, Anekdoten zu den Bildern zu finden.
Am allerbesten sind aber die spontanen Kommentare und Erinnerungen der Kinder selbst, wenn sie sich sehen. Es sind für die Eltern Beweise dafür, daß es ihren Sprößlingen in der Schule gut geht, daß sie Freunde haben und etwas dazulernen.
Den Abschluß bilden die Kinder mit einem Tanz, jeder lädt seine Eltern ein zu einem Glas Saft und selbstgebackenen Plätzchen. Es ist 19.30 Uhr.
Die bei dieser Gelegenheit vorgeführten Bilder und die Erinnerungen geben eine Zeitlang immer wieder Anlaß zu Gesprächen und gegenseitigen Informationen, die im sprachlichen Alltag von größter Bedeutung sind.
Maryse Pauly-Meisch
Vorschullehrerin in Luxemburg
An jedem Wochenende ein Programm aufstellen, mit allem Drum und Dran, zu jedem sinnvollen Thema möglichst sinnvolle Aufgaben und Aktivitäten finden, individuell oder in Gruppen zu erledigen, mit und ohne Hilfe, mit dem großen Ziel vor Augen, die Kinder zum Sprechen zu bringen Ist es nur das, was ich den Eltern durch das Wochenprogramm mitteilen will? Oder hat das Ganze tatsächlich mit Kommunikation zu tun, mit echter Kommunikation und echtem Dialog, mit sprachförderndem Kontakt zwischen Kindergarten und Elternhaus, zwischen Elternhaus und Kindergarten und sogar zwischen Eltern und Kindern?
Hat es! Das Programm informiert nicht nur über Inhalte, es deutet sie teilweise nur an, setzt Impulse. Die Eltern wissen bruchstückhaft Bescheid über das, was sich abspielt, den Rest können sie gezielt erfragen, mitaufbauen im Dialog mit ihren Kindern, notfalls mit der Lehrerin.
Und Aufgaben gibt's auch zu lösen, von Kindern gemeinsam mit ihren Eltern, zu Hause, Hausaufgaben sozusagen: z. B. jede Art Papiere sammeln. Oder sich gegenseitig Geschichten erzählen. Erinnerungen auch. Und Träume. Und Wünsche. Ängste auch?
Im Programm stehen ebenfalls Aufforderungen: Bücher zum Thema sind erwünscht! Wer hilft Brot backen? Wir brauchen dringend alte Klamotten! Wer kommt zur Dichterlesung? Und Einladungen : Die neuen Fotos sind da! Die sind ausgestellt, in der Klasse, damit nicht die neugierigen Eltern - und wer ist das nicht - in der Eingangshalle kehrtmachen; sie kommen herein zu uns, sprechen über die Fotos, stellen Fragen; die Kinder wissen Bescheid, sie erklären, erzählen, stellen richtig. Die Eltern unterhalten sich darüber, in der Klasse mit den Kindern, draußen vor der Schule ohne die Kinder. Schule wird wichtig für die Eltern. Es sind ihre Kinder. Und sie als Eltern erkennen ihren Part im Ganzen. Sie kommen. Oft. Selbstverständlich. Nicht nur, wenn groß was los ist bei uns. Auch bloß so, wenn irgendwas kekst, wenn was nicht stimmt, mit dem Kind, oder zu Hause. Auch wenn nicht jeder in jedem Augenblick gelegen kommt, Zeit läßt sich arrangieren. Das braucht gar nicht erst so ausführlich im Programm aufgeführt zu werden. Das versteht trotzdem jeder. Auch wenn sonst ab und zu etwas unverstanden bleibt und nachgefragt werden muß - es gibt nichts, was nicht besprochen werden könnte. Versprochen!
Danielle Noesen
Vorschullehrerin in Nospelt
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