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Sprachentwicklung II

NB.: Zu diesem Text passen eine ganze Reihe von Illustrationen ohne die der Artikel schwer verständlich ist. Sie liegen in hoher Auflösung vor!

Sprachentwicklungsbericht


In diesem Beitrag wollen wir einerseits einen Überblick des Dokuments " individueller Sprachentwicklungsbericht " geben und andererseits über unsere ersten Erfahrungen bei der Erstellung des Berichts schreiben.

Da wir erst in der Hälfte des Schuljahrs angefangen haben, uns mit dem Sprachentwicklungsbericht auseinanderzusetzen, verfügen wir nicht über ein komplettes Dokument, das alle Aspekte des Sprachentwicklungsberichts wiedergibt. Wir haben beschlossen, Auszüge zu den verschiedenen Elementen, die durchgeführt wurden, zu veröffentlichen. Diese Auszüge sind Momentaufnahmen; über das ganze Jahr fügen sie sich zu einem Gesamtbild zusammen. Die Auszüge stammen von verschiedenen Kindern, aus verschiedenen Klassen.
Die Vorgehensweisen zur Erstellung des Sprachentwicklungsberichts sind sehr unterschiedlich. Deshalb sind auch die veröffentlichten Auszüge nicht einheitlich. Zu Teil A (Zusammenfassung der Gespräche mit den Eltern und den Kindern) hat eine Lehrerin Tonaufnahmen benutzt, andere haben die Gespräche in Stichworten festgehalten, andere haben einen Fragebogen eingesetzt.

Wir wollen hier noch einige Punkte aufzählen, die uns beim Ausfüllen des Sprachentwicklungsberichts wichtig erschienen sind und die auch Anlaß zu Diskussionen in der Gruppe gaben.
- Formulierung der Eintragungen:
Es geht nicht darum, eine Bewertung zu schreiben, sondern es sollen die wichtigen Entwicklungsschritte festgehalten werden. Es geht um die Fortschritte, die ein Kind in diesem Moment macht. Wenn diese nur in einzelnen Bereichen zu beobachten sind, ist das normal!
- Die Eintragungen sollen immer im Zusammenhang mit tatsächlichen Beobachtungen und realen Dokumenten stehen. In Teil B haben wir deshalb einzelne Dokumente veröffentlicht, auf denen diese Eintragungen beruhen.
- Wenn bei einem Kind besondere Maßnahmen oder Hilfen notwendig sind, sollen diese auch aufgeschrieben werden.
- Das Kind wird immer im Zusammenhang mit verschiedenen sozialen und Lernkontexten gesehen. Diese sollen in den Eintragungen mit festgehalten werden.


Persönliche Stellungnahmen


" Meine ersten Versuche mit einem Sprachentwicklungsbericht verhalfen mir zu einer wesentlich differenzierteren Sichtweise der Kinder meiner Klasse. Dies erlaubte dann wiederum, fundiertere Gespräche mit den Eltern zu führen und, wie ich glaube, einigen Kindern mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen eher gerecht zu werden. Außerdem vermittelten die Gespräche mit den Eltern einen Einblick in die jeweils spezifische Perspektive der Eltern auf das Schulgeschehen."
Christian Schwarz

" In der Regel sind die Kinder froh, wenn sie Persönliches mitteilen können. Im Interview hatten sie viel Gelegenheit dazu - so wurden sie nicht unterbrochen oder gestört von andern Kindern, die sich auch mitteilen wollten. Ein ganz besonderer Kontakt entstand. Bei manchen Schülern sprudelten Erfahrungen und Erlebnisse nur so heraus. Einige waren sehr stolz, zu sehen, daß ihre Berichte mir wichtig waren und ich sie schriftlich festhielt. Ich gewann viele Informationen, die mir ein genaueres Bild meiner Schüler lieferten. Manche meiner Ideen wurden vervollständigt, andere mußte ich revidieren.
Die Gespräche mit den Eltern waren sehr fruchtbar. Da es im Interview nur um Sprache ging, erhielt ich andere Informationen als in einer traditionellen Elternberatung. Die Eltern setzten sich bewußt mit der Sprache ihres Kindes auseinander. So eröffneten sich den Eltern und mir eine Menge Möglichkeiten, das Kind als Sprachbenutzer und -lerner zu unterstützen. "

Claudine Kirsch

" Die Arbeit mit dem Sprachentwicklungsbericht hat mir die Komplexität der Situation verdeutlicht, in der sich die Kinder nicht luxemburgischer Muttersprache befinden. Die Anforderungen, die zwei (oder mehr) Sprachwelten an diese Kinder stellen, sind enorm, aber ebenso enorm sind ihrer Leistungen. Ein grundlegender Entwicklungsschritt beim Erlernen einer Zweitsprache scheint mir die Fähigkeit, verschiedene Sprachen zu benennen und bewußt einzusetzen. Dies mag für Erwachsene trivial scheinen, ist aber für viele vierjährige Kinder, besonders zu Schulbeginn, problematisch. Durch die Gespräche mit den Kindern ist mir dieser Aspekt besonders zu Bewußtsein gekommen. "

Brigitte Stammet

" Der Sprachentwicklungsbericht hat mir sehr geholfen, den Sprachstand der Kinder besser einzuschätzen. So " durften " wir, Kinder, Eltern und ich, einmal oder mehrmals unter vier Augen ein Gespräch miteinander führen. Besonders mit den Eltern baute sich eine engere Zusammenarbeit auf. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Eltern und ich würden mehr oder öfters über Wesentliches reden.
Andererseits frage ich mich, ob man so viel Zeit für die vielen Gespräche und Begegnungen investieren muß, da die Schüler und ich bei vielen Gelegenheiten oft unter vier Augen beisammensitzen, sei dies beim Lesen und Vorlesen, beim Rechnen und so auch ins Gespräch kommen. Besonders Kinder, welche in der Gruppe oder in der Klassengemeinschaft sich nicht so oft oder ausführlich äußern, lassen manchmal ab von ihrer Scheu und ihren Hemmungen, und finden Zeit, Worte und Gedanken auszutauschen."

Jeanne Nour El Din-Letsch

Sprachentwicklungsbericht


Name:
Geburtsdatum:
Sprachen:

Teil A ( Schulanfang )


A1 Zusammenfassung des Gespräches mit den Eltern

A1 Zusammenfassung des Gespräches mit Marinas Mutter

Marina ist ein sehr begabtes, wißbegieriges und fleißiges Kind. Marina spricht in meinen Augen sehr gut Luxemburgisch. Sie könnte ihre Sprachkenntnisse vervollkommnen, wenn sie ihren Umgang mit luxemburgischen Kindern intensivieren würde, da Marina eine Schule mit sehr hohem Ausländeranteil besucht.

A2 Sprachkonferenz mit dem Kind

A2 Sprachkonferenz mit Marina - Zusammenfassung

Marina ist ein vielseitig interessiertes Kind. Sie spricht gut Luxemburgisch. Sie ist aber sehr selbstkritisch. Sie kollaboriert und ist dialogbereit. Sie lebt erst seit 3 Jahren hier in Luxemburg. Marina übt sich im Leselernen d.h. sie versucht, Texte, Überschriften usw. zu entziffern, und fragt nach deren Sinn. Sie schreibt, so wie sie hört, das heißt nach ihrem eigenen phonologischen Sprachmuster!

Teil B ( während des Schuljahrs )


Das Kind als Sprachbenutzer (in allen vom Kind gesprochenen Sprachen)
B1 Verbale Sprache
Eintragungen zu Gebrauch und Entwicklung der gesprochenen Sprache in verschiedenen sozialen Kontexten, Gebrauch von Sprache als Mittel zum Lernen und Denken; Erfahrungen und Selbstvertrauen in der Interaktion mit andern ...

Welche pädagogischen Maßnahmen oder Erfahrungen haben dem Kind besonders geholfen/würden dem Kind helfen?

Beobachtungen

B2 Lesen

Eintragungen zu der Entwicklung und den Fortschritten des Kindes als Leser (alle Sprachen), wie viel liest das Kind, welche Arten von Text (bezogen auf alle Lernbereiche), Freude an Geschichten und am Lesen, allein oder mit andern, welche Lesestrategien wendet es an, kritische Überlegungen des Kindes zum Text ...

Welche pädagogischen Maßnahmen oder Erfahrungen haben dem Kind besonders geholfen/würden dem Kind helfen?
Beobachtungen

B3 Schreiben

Eintragungen zu der Entwicklung und den Fortschritten des Kindes im Schreiben (alle Sprachen), wie viel schreibt das Kind, welche Arten von Text (bezogen auf alle Lernbereiche), Selbstvertrauen und Autonomie, Freude am Schreiben, allein oder mit andern, der Einfluß des Gelesenen auf die eigenen Texte, wachsendes Verständnis von Schriftsprache, von Konventionen und Schreibweise ...

Welche pädagogischen Maßnahmen oder Erfahrungen haben dem Kind besonders geholfen /würden dem Kind helfen?

Beobachtungen

Teil C ( Ende des Schuljahrs )


C1 Zusammenfassung des Gespräches mit den Eltern
C2 Sprachkonferenz mit dem Kind

N.B.: Aus zeitlichen Gründen (Redaktionsschluß der Publikation: Anfang Juni 96) konnten keine Dokumente zu diesem Teil des Sprachentwicklungsberichtes beigefügt werden.


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