le morceau
Im Rahmen der Arbeit mit dem Bilderbuch Pezzettino von Leo Lionni setzten sich die Kinder in Kleingruppen mit neuem Wortschatz auseinander. Dabei übersetzten sie gemeinsam einzelne Begriffe und unterstützten sich gegenseitig.
Eine Gruppe beschäftigte sich mit dem Wort „Stück“. Zunächst wurde der Begriff mit der französischen Ausgabe des Bilderbuches abgeglichen, wo sie das passende Wort „morceau“ fanden. Ausgehend davon entwickelten die Kinder eine kleine Diskussion darüber, wie das Wort in verschiedenen Formen verwendet wird. Zum Abschluss versuchten sie, auch die Pluralform zu erarbeiten.
Dieser Lernprozess zeigt, wie Kinder ihre Mehrsprachigkeit und eigenen Ressourcen in den Unterricht einbringen können. Es entstand eine kleine „Sprachforschungs-Situation“, die nicht nur das Vokabular erweiterte, sondern auch das Bewusstsein für Sprachstrukturen stärkte.
Heinz Günnewig betont in seinen Schriften zur Sprachförderung die Bedeutung von dialogischen Lernprozessen: „Sprache entsteht durch sinnliche Wahrnehmung der wirklichen Wirklichkeit und im gesellschaftlichen Dialog.“ (Günnewig).
Auch Sylvia Ashton-Warner hebt hervor, dass neue Wörter dann besonders nachhaltig gelernt werden, wenn sie eine „persönliche Bedeutsamkeit“ besitzen. In ihrem Konzept der Key Vocabulary schreibt sie: „Organic reading for beginners is not new; it’s our rejection of it that’s new.“ (Ashton-Warner, 1963).
Im Beispiel zeigt sich, wie diese beiden Aspekte zusammenwirken: Ein einfaches Wort wurde nicht nur übersetzt, sondern im Austausch, im Nachschlagen und im gemeinsamen Nachdenken mit Bedeutung aufgeladen – und so besonders wirksam gelernt.
Hier ein kurzer Zusammenschnitt der Gruppenarbeit:

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