Andrej Platonow zum 75. Todestag (28.8.1899 – 5.1.1951)
Andrej Platonow erlangte früh die besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge Josef Stalins.
Der Stälerne bedachte Platonow mit folgenden an den Rand gekritzelten Beiwörtern, nachdem er seine Erzählung ´Zu Gute´sorgfältig gelesen hatte:
“Trottel, Dumpfbacke, Kasper, ´zahnloser´ Witzbold, Kaffer, Laffe, Mistkerl, Aas, konterrevolutionärer Trottel”
Das Literaturgenie Josef Stalin befand einfach: “Das ist kein Russisch, sondern irgendein Gebrabbel.”
Gabriele Leupold (2025) Nachwort: Eine wirklich fatale Arbeit. IN Andrej Platonow, Der Staatsbewohner – Erzählungen. Berlin, Suhrkamp. (S. 198)
1934 bereits hat Platonow festgehalten:
„(…) der moderne Mensch, sogar der Beste seiner Art, ist unvollkommen; er ist nicht mit der Seele, dem Herzen und dem Verstand ausgerüstet, die ihn, wenn er einst an der Spitze der Natur steht, dazu befähigen, seine Pflicht zu erfüllen und seine Heldentat zu Ende zu bringen, und nicht wegen irgendeines psychotischen Spiels das ganze Weltgebäude und sich selbst zugrunde zu richten.“ (S. 281)
(2019) Dshan oder Die erste sozialistische Tragödie. Prosa – Essays – Briefe. Berlin, Quintus Verlag.
Dem hat der Alte angesichts AI und unserer Weltenlage rein gar nichts hinzuzufügen.

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