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Michel de Certeau zum 40. Todestag (17.5.1925 – 9.1.1986)

von Taccuino Del Vecchio | 09/01/2026 | Die Notizen des Alten | 0 Kommentare

Der jesuitische Philosoph, Historiker und Theologe Michel de Certeau schreibt 1987 in
Histoire et psychanalyse entre science et fiction. Paris, Gallimard. folgende bedeutsame Worte:
«(…) chaque système trouve sa ruine dans l’illusion d’avoir triomphé de la différence (…).» (p. 33)

Damit trifft er nach Meinung des Alten den Nerv der vergangenen und gegenwärtigen Erziehungs- und Bildungspolitik, auch in Luxemburg.
Anstatt Differenzen anzuerkennen und als fruchtbarste Elemente in bedeutungsvollen Lehr- und Lernprozessen wertzuschätzen, versuchen die Technokraten und Bürokraten der staatlichen Instanzen uns mittels Bildungsstandards weiszumachen, alle Lernenden müssten die gleichen Bildungs- und Lernziele erarbeiten und gegebenenfalls erreichen.
Gleichmacherei und stete Orientierung am System der klassischen Sekundarschulen dominieren fatalerweise den erziehungspolitischen Diskurs.

Genau davor warnt Michel de Certeau und sieht ein unabdingbares Scheitern dieses Systems voraus.
Sehr bedenkenswert findet das der Alte.

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