Léo Ferré zum Todestag (24.8.1916 – 14.7.1993)
Léo Ferré ist doch tatsächlich an einem französischen Nationalfeiertag gestorben!
Keiner hat sich so wie er für die verdammten und verfemten französischen Dichtergrößen des 19. Jahrhunderts eingesetzt, indem er ihre Gedichte vertont und gesungen hat: Paul Verlaine, Arthur Rimbaud und Charles Baudelaire.
Auch François Villon aus dem 15. Jahrhundert und besonders Rutebeuf aus dem 13. Jahrhundert hatten es Léo Ferré angetan.
Was ist aus meinen Freunden geworden? beklagt Rutebeuf, stürmische Winde haben sie hinweggefegt:
Eine besondere Verbindung hatte Léo Ferré mit dem belgischen Chansonnier und Schauspieler Jean-Roger Caussimon, dessen Text Comme à Ostende er in Musik gesetzt hat:
Ostende, die Stadt, in der zwischen den Kriegen Joseph Roth, Irmgard Keun und Stefan Zweig den Sommer verbrachten.
Ostende, wo der Alte als 11jähriger Knirps das erste Mal das Meer sah!
Unvergessen die Momente des Anstiegs vom geparkten Citroën zur Digue, wobei das Rauschen der Wellen bereits zu hören war, und dann: der alles erschütternde Anblick der türkisfarbigen Wellen unter dem blauen Himmel.
