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Uwe Johnson zum Todestag (20.7.1934 – 24.2.1984)

von Taccuino Del Vecchio | 24/02/2026 | Die Notizen des Alten | 0 Kommentare

Der Alte hat letztes Jahr bereits seine Verehrung für Uwe Johnsons Person und Werk an dieser Stelle ausgedrückt.

Heinrich Böll hat über Uwe Johnson geschrieben:
“Seine Größe war die Einheit von Geduld und Trauer, die Einheit von Empfindsamkeit, Zorn und Genauigkeit: im einzig möglichen Sinn nahm er seine Zeit wahr.
Spätere Zeiten erst werden seine Größe wahrnehmen.”
IN Eberhard Fahlke (1994) “Die Katze Erinnerung” – Uwe Johnson – Eine Chronik in Briefen und Bildern. Frankfurt am Main, Suhrkamp. (S. 313)

Genau dieser Lebens- und Schreibstil findet sich in folgendem Text über einen Spaziergang mit der bedeutenden Philosophin Hannah Arendt durch ein jüdisches Viertel in New York – Uwe Johnson gewissermaßen in Reinkultur:
“Einmal durfte ich sie in einem überwiegend jüdischen Teil New Yorks spazieren führen, da erklärte sie mir an den Passanten deren gesellschaftliche Stellung und Beschäftigung (mit Wohnorten) vor der Emigration aus Deutschland; zuversichtlich wäre ich bereit gewesen zu einer Stichprobe.
Das fiel ihr schwer zu begreifen: dass einer ausserstande ist, Jüdisches am Gesicht zu erkennen. `Hannah, Hannah, du siehst doch aus wie sieben Synagogen!´
Ein heller vergnügter Nachmittag. Sie konnte bar jeden Zweifels von Leuten sagen, sie seien ohne Fehl und Tadel; sie riskierte ihre eigene Person mit dem Urteil, sie hat mich den Ausdruck noch einmal neu sehen gemacht.
Ihre Freundaschaft war ehrlich genug für Tapferkeit vor dem Freund. Das ist ein Zitat, es kommt nicht von ungefähr.”
(1975) “Mir bleibt nur, ihr zu danken”. Zum Tod von Hannah Arendt. IN Eberhard Fahlke (ibid. S. 204, 205)

Uwe Johnson selbst kann man hier hören:

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