Martin Buber zum Todestag (8.2.1878 – 13.6.1965)

von Taccuino Del Vecchio | 13/06/2026 | Die Notizen des Alten

Der Alte hat bereits in zwei Posts dem Philosophen des ´Du´gedacht.

Nun hat der Alte in einem Buch mit Gedichten von und Erinnerungen an die jüdische Dichterin Mascha Kaléko folgenden Brief des großen Gelehrten gelesen, der besonders uns Lehrpersonen an unsere eigene Verantwortlichkeit und an unsere Pflichten in der Gestaltung von Lehrlernsituationen erinnert.

Martin Buber schreibt:

Ttalbiyeh, Jerusalem, Israel – 5.11.1957

“Verehrte Frau Kaléko –

Einen allgemeinen lehrbaren ´Weg´ gibt es gar nicht. Die jungen Leute, von denen Sie schreiben, kriegen es nicht billiger, als daß sie sich, jeder in den eigentümlichen Situationen seines persönlichen Lebens, bewähren und mit den Wesen und Dingen, denen sie begegnen, heiligen Umgang pflegen. (…)
Jede andere Auskunft erweist sich früher oder später, zuweilen allzu spät, als illusionär. Alle ´Anweisungen´ führen in die falsche Sicherheit hinein, die schlimmer ist als die echte Verzweiflung.
Ich habe Ihnen das so hart und streng hingeschrieben, wie es eben ist: weil Sie Ihren zwanzigjährigen Sohn erwähnten.

Mit guten Wünschen
Ihr
Martin Buber”
IN Mascha Kaléko (2003) Die paar leuchtenden Jahre. Dtv, München. (S. 316)

Im Sinne Martin Bubers meint der Alte, dass Anweisungen, Direktiven und verordnete Standardisierungen der Begegnung, dem Dialog, dem Verhandeln und dem Aushandeln von Lernprojekten mit den Lernenden Platz lassen sollten.