Philippe Perrenoud zum 82. Geburtstag (22.6.1944)

von Taccuino Del Vecchio | 22/06/2026 | Die Notizen des Alten

Den Schweizer Soziologen und Erziehungswissenschaftler Philippe Perrenoud hat der Alte durch ein Werk kennengelernt, das er im Rahmen seiner Erarbeitung des theoretischen Rahmens des TEO-Projektes 1994 gelesen hatte:

Wirthner, M., Martin, D. et Perrenoud, Ph. (dir.), Parole étouffée, parole libérée. Fondements et limites d’une pédagogie de l’oral, Neuchâtel et Paris, Delachaux et Niestlé, 1991

Ein exzellentes Werk über das Potential des so oft verstümmelten und verhinderten Mündlichen in der alltäglichen Schulpraxis.

Philippe Perrenoud war besonders in den 90er Jahren bekannt geworden mit dem von ihm vertretenen Referenzrahmen des kompetenzorientierten Unterrichts:

In den späten 90er Jahren durfte Perrenoud in einem vom SCRIPT organisierten Seminar in Reckange/Mess sein Modell vorstellen und mit Sekundarlehrpersonen diskutieren.

Bis heute erinnert der Alte sich an eine motivierte Jungprofessorin, die Perrenoud interpellierte und mit den Bemerkungen frustrierte, dass sie eh schon nach diesen Kriterien unterrichte ohne den Begriff ´kompetenzorientiert´ zu kennen noch zu brauchen. Unvergesslich!

Bei den Arbeiten zur Konzeptualisierung des BScE an der Uni Luxemburg hatte der Alte dann vor mehr als 20 Jahren das Vergnügen, an einem sonnigen frühen Morgen allein mit Philippe Perrenoud unter den Magnolien neben dem Springbrunnen des Schlosses von Walferdingen über Form und Inhalt des neuen Studienganges zu diskutieren.

Eindringlich ist dem Alten im Gedächtnis folgende Mahnung des sehr engagierten und etwas verzweifelten Philippe Perrenoud geblieben: „Bitte wirken Sie doch auf die Verantwortlichen ein, dass sie auf keinen Fall die Fachdidaktiken ganz aus dem Studiengang entfernen.“

Genau das ist natürlich in einer ersten Phase geschehen.