Hermann Lenz zum Todestag (26.2.1913 – 12.5.1998)

von Taccuino Del Vecchio | 12/05/2026 | Die Notizen des Alten

Sueddeutsche Zeitung Photo

Über die Erinnerungen von Hermann Lenz an seine Soldatenzeit in Luxemburg hat der Alte bereits in einem Post berichtet.

Dass Hermann Lenz sich aus dieser Zeit gerade an die Africaine Légère erinnerte, ist kein banaler Zufall.
Hanns-Josef Ortheil hat in (1985) Köder, Beute und Schatten – Suchbewegungen. Frankfurt am Main, S. Fischer Verlag. den Autor Hermann Lenz und seine Inspirationen eindrücklich und detailliert beschrieben:

«(…) Hermann Lenz (…) der Autor erkannte sein eigenes, vorher vielleicht gering geschätztes Leben als seinen Stoff. (…) das unbedeutende Detail hatte sich als ’sinnfällig‘, ‚geschichtlich‘ – als ‚gegenwärtig‘ erwiesen … (…) diese Gegenwart war für Sekunden reich an Eindrücken, an Vorstellungen.» (S. 225, 228)

Wir und besonders auch die uns anvertrauten Kinder können also aus unseren gering geschätzten Leben schöpfen und sie zur Grundlage unserer Texte machen.

Über seine Schreibmotivation schreibt Hermann Lenz in (1987) Bilder aus meinem Album. Frankfurt am Main, Insel Verlag.:

«Ich schreibe also, um mir ein Bild zu machen; übrigens ein Bild von mir selbst, weil ich weiß, daß jeder nur das erkennen kann, was seiner Mentalität entspricht.» (S. 159)

Auch dies gilt genau so für Lehrpersonen und Kinder – findet der Alte.
Gut, dass er den Autor Hermann Lenz so spät in seinem Leben noch kennenlernen durfte.

Eine Kurzbiografie gibt es hier: